021: Die Macht der Morning Pages mit Alina Cherubin
Shownotes
Nach ewig langer Babypause gibt es endlich nochmal eine neue Folge vom TAT Podcast. Ich spreche mit Alina Cherubin über die kreative Macht der Morning Pages und ihr Buchprojekt "Touch Me".
Touch Me: https://cameradealer.de/products/touch-me-alina-cherubin
Alinas Website: https://alinacherubin.com
Alinas instagram: https://www.instagram.com/alina__cherub/
Transkript anzeigen
00:00:00: Die Menschen, die ich fotografiere mit denen identifiziere.
00:00:03: Ich mich ja auch irgendwo wahrscheinlich und dann bin ich ja auch viel emotionaler dabei Und ich glaube nicht nur dass die Person vor der Kamera Sondern auch dahin schaar.
00:00:12: wenn die ihre emotion mit einbringt wird das Bild ja auch besondere.
00:00:30: Hallo zusammen und herzlich willkommen zu.
00:00:32: ich glaube es gar nicht nochmal einer folge von the analog times podcast.
00:00:37: babypause ist vielleicht hoffentlich demnächst vorbei.
00:00:41: Auf jeden Fall gibt es jetzt nochmal eine Folge und ich habe für dieses Revival, für diese Neuaufnahme jemanden hier bei mir sitzen Für den das das allererste Mal ist, jemand der noch nie vorher zu Gast in einem Podcast war.
00:00:57: Obwohl sie ganz viele tolle Sachen bestimmt zu erzählen hat über ihr Buch, über ihre Ausstellung, über Ihre Arbeit und das ist die Liebe Alina.
00:01:06: Hi!
00:01:06: –
00:01:06: Hi!
00:01:06: Danke für die Einladung.
00:01:08: ich freue mich sehr an deinem Podcast zu Gast zu sein.
00:01:10: Genau,
00:01:10: Alina Chirubin habe ich ja gerade gelernt?
00:01:13: Genau, das richtig.
00:01:15: Und du bist Fotografin, Künstlerin... Weiß nicht, ob du dich so nennen würdest.
00:01:23: Da gibt es solche.
00:01:25: manche sagen auch von den großen Namen.
00:01:27: Ja irgendwie Künstler ist ein ganz doofes Wort.
00:01:29: ich mache Bilder und so kann man mich auch nennen aber anderen ist es doch wichtig dass man irgendwie herausstellt das da irgendwie weiß ich nicht nur Passbilder warum kommen sollen dass es dann einen anderen Anspruch gibt.
00:01:39: Ich würde mich schon als Künstlerin bezeichnen, aber das schwankt auch immer so ein bisschen hin und her.
00:01:43: Ich weiß gar nicht wie oft ich bei Instagram kann man ja so einstellen Fotografen oder Künstlerinnen, wie oft dich das schon getauscht haben.
00:01:51: Echt?
00:01:52: Genau!
00:01:53: Aber ich würde schon sagen auch Künstlern war ich ja auch Ausstellung mache.
00:01:57: Ich habe mein erstes Foto Buch rausgebracht und finde das eher so ein ganzheitlicher Begriff weil ich auch mehr mache als nur Fotos würde ich sagen.
00:02:06: Ah, okay.
00:02:07: also bevor wir irgendwie dann über das Buch und so weiter sprechen finde ich ganz interessant was machst du denn noch so außer Fotografie?
00:02:14: wohin rechtest du deine kreativen Energien sonst noch?
00:02:17: Also okay das kleine jetzt vielleicht ein bisschen viel mehr als das.
00:02:21: aber zum Beispiel wenn ich eine Ausstellung mache dann schaue ich auch dass ich einen Installation dazu baue oder also ich sehe das sehr ganzheitlich und deshalb auch der Begriff Künstlerin.
00:02:31: Ja, das finde ich gut.
00:02:32: Das
00:02:32: finde ich schon.
00:02:33: Ich bin sowieso der Überzeugung des Menschen, die künstlerisch aktiv sind... Die Energien, die man hat oder die Kreativität, die auch in andere Richtungen lenken kann.
00:02:47: Also wenn man jetzt dir das Fotografieren ja wegnehmen würde dann würdest du nicht plötzlich aufhören kreativ zu sein?
00:02:53: Dann würdest Du da irgendwas anderes machen weil Sie nicht noch mehr Installationen oder Malen oder Schreiben oder was auch immer.
00:02:58: also schreiben tue ich sowieso jeden Tag.
00:03:01: tatsächlich
00:03:02: Du gehörst zu dieser Journaling-Fraktion.
00:03:04: Ich gehört
00:03:04: komplett zu der Journaling Fraktion seit Jahren und ich habe Zuhause ein stapelvoller Bücher.
00:03:09: Wahnsinn.
00:03:10: okay Das finde ich ganz rüstern, weil mein YouTube-Feet ist seit Tagen nur noch voll mit Journaling-Content.
00:03:20: Weil ich mir eigentlich vorgenommen hatte das mal zu machen so dieses ... wir nennen es Morning Pages.
00:03:25: Genau!
00:03:26: Ich hab tatsächlich da hinter mir irgendwo liegt dieses The Artist's Way, dieses eine...
00:03:31: Klassiker.
00:03:32: Genau, das ist an mir komplett vorbei gegangen und ich habe davon nie gehört und das ist jetzt in den letzten paar Tagen irgendwie bei mir aufgetaucht Und hab gedacht, ja gut mach ich das mal.
00:03:43: Ich glaube bisher hat mich abgehalten dass ich eine ganz furchtbare Männerhandschrift habe und es sieht einfach nicht schön aus und ich glaub deswegen hatte ich nie so Spaß daran irgendwie zu schreiben.
00:03:54: Aber die wird auch schöner wenn man mehr schreibt.
00:03:56: Ja, das denke ich mir auch.
00:03:58: Deswegen hab' ich's mir jetzt fest vorgenommen Und habe dieses Buch und werde auch mal reinschauen, versuchen dieses Morning Pages Ding zu machen.
00:04:07: Hast du heute Morgen denn auch schon geschrieben?
00:04:09: Ich hab heut morgen schon geschrieben.
00:04:10: Ja!
00:04:11: Und tatsächlich in den letzten Jahren war das sehr gehypt
00:04:14: dieses Buch.
00:04:15: Und ich war jetzt viele Jahre in Berlin und dort gab es so richtig Leute die Gruppen veranstaltet haben um dieses Buch zusammenzumachen und sich gegenseitig zu inspirieren.
00:04:24: also hat man das sehr viel mitbekommen.
00:04:26: Ich finde allerdings diese drei Seiten sehr viel.
00:04:29: Also da steht ja man soll drei Seiten morgens schreiben Das kostet natürlich sehr viel Zeit und dann verliert man schnell, glaube ich auch die Motivation.
00:04:36: Aber sind das drei DINER IV-Seiten?
00:04:39: Drei DINNER V-Seite?
00:04:41: DREI Notizzeiten?
00:04:43: Das kann ja auch so kleine Posts sein.
00:04:46: Ja genau!
00:04:47: Je nachdem wie klein die Seiten, wie groß sie schrift, sind die drei Seiten ja auch ein bisschen schneller vor
00:04:50: allem.
00:04:50: Ja das stimmt ist Auslegungsnache glaub ich.
00:04:54: Ist das eine Sache wo du sagen würdest es unterstützt irgendwie deine Kunst dieses... Ablassen von Gedanken um klarer zu werden, was man so machen möchte.
00:05:05: Was man so erzählen möchte?
00:05:07: Auf jeden Fall ja!
00:05:08: Ich bin sehr verträumt und wenn ich nicht immer meine ganzen Gedanken einmal auf Papier bringen würde, würde ich mich glaube ich da drin ein bisschen verlieren.
00:05:15: also es hilft mir sehr mich zu sortieren und viele Ideen runterzuschreiben auch was ich als nächstes für Projekte machen will oder fotografieren möchte aber natürlich auch sehr viel persönliche Sachen.
00:05:27: Also ja das hilft mir einfach mich zu Sortieren würde ich sagen
00:05:30: Das ist spannend.
00:05:31: Und jetzt die Idee für dein Buch oder für diese ganze Serie einarbeiten, die ja zu diesem Buch geworden sind?
00:05:38: Ist das auch eine Sache wo die ersten Ideen oder vielleicht sogar schon relativ klare konkrete Vorstellungen dazu schon so morgens irgendwann dann beim Kaffee trinken in einem Buch gelandet ist?
00:05:50: Tatsächlich gar nicht!
00:05:52: Ich habe das Projekt sehr... ... intuitiv angefangen, ohne mir vorher ein Konzept zu machen oder irgendwie Gedanken.
00:05:59: Okay das will ich jetzt machen oder das würde ich aussagen?
00:06:02: Ich habe das einfach, ich war in Paris und da hab' ich das erste Shooting gemacht Anfang... ...Dreiundzwanzig!
00:06:08: Und habe einfach gedacht okay ich will irgendwie jemanden zu Hause fotografieren so sehr intim und bisschen auch back to the roots weil ich so auch angefangen habe damals zu fotografieren also ganz ohne Team und einfach Zuhause zusammen kreativ sein.
00:06:22: Und so ist das Projekt entstanden und dann habe ich einen Shooting gemacht.
00:06:25: Und dann bin ich weiter gereist nach Mexiko, hab die nächsten Shootings gemacht... ...und erst mit der Zeit ist es richtig zu einem Projekt geworden!
00:06:33: Der Titel Touch Me ist mir tatsächlich morgens gekommen.
00:06:36: Also wirklich so nach dem Aufwachen, das habe ich dann auch aufgeschrieben Genau und auch nach den ganzen Shootings habe ich sehr viel gejournelt, weil das tatsächlich auch so intensive Begegnungen waren.
00:06:49: Dass sich danach dass immer alles so niederschreiben musste.
00:06:53: Es ist sehr wenig davon am Ende im Buch gelandet, weil es zu persönlich war um das zu teilen.
00:06:58: Da hab' ich mich bewusst für entschieden.
00:07:00: die Texte sind immer kürzer und kürzere geworden.
00:07:02: Das wirst du auch sehen.
00:07:02: da sind nur so drei Zeile zu jeder Person mit so ein paar Fakten wo die herkommen was sie machen oder Was die für Musik hören, aber nicht so ganz ausführliche Geschichten.
00:07:15: Die nur in meinem Journal sind und da auch bleiben.
00:07:19: was bedeutet oder was steckt dann hinter diesem titel touch me?
00:07:24: also das ist wenn ich das so höre und das mitbekomme wie du davon erzählst kommt es mir fast so vor als wäre dass quasi das was mit dir passiert ist als du dich mit diesen menschen getroffen hast dass die dich in irgendeiner form berührt haben durch das was sie sind und das was Sie machen.
00:07:40: ja Genau so ist es auch tatsächlich.
00:07:43: Also viele, weil die Bilder ja auch sehr intim sind... ...viele denken das geht um körperliche Berührungen oder im ersten Moment irgendwas was mit dem Körper zu tun hat.
00:07:53: aber es ist gar nicht so spielt vielleicht ein bisschen damit aber es geht tatsächlich um Geschichten die mich berühren und deshalb landen die Leute auch in meinem Projekt oder in meinem Buch.
00:08:04: Ja Es ist mehr
00:08:07: wie
00:08:07: so gedacht.
00:08:10: Das ist ja, ich glaube so eine der schwierigsten Dinge die man versuchen kann irgendwie zu erreichen.
00:08:16: Wenn man so ein Bild macht von der Person, so einen Porträt in irgendeiner Form da irgendwie was von der Geschichte der Person da einfließen zu lassen und da reinzupacken.
00:08:27: Ich meine klar wenn man das bei den Leuten Zuhause macht es ist natürlich schon ganz automatisch durch das durch die Umgebung in der sie zu Hause sind durch die Gegenstände Die Dinge die auf dem Tisch stehen an der Wand hängen dass da so ein bisschen was vorn reinkommt.
00:08:41: Aber worauf achtest du, wenn du jetzt zum Beispiel dann bei so einem Shooting bist?
00:08:45: Was sind so Momente oder so besondere Augenblicke, wo du sagst ja okay das war jetzt was, was?
00:08:52: irgendwie ein bisschen die Großspurige gesagt Essenz der Person aber so ein bisschen etwas von dem Charakter in wir einfängt.
00:08:59: Gute Frage also tatsächlich wie diese Shootings ablaufen dass es ein Gespräch stattfindet.
00:09:08: Wir trinken erst mal einen Kaffee oder unterhalten uns und werden so warm miteinander, also ich komme nie irgendwo hin und sage okay jetzt geht's los und wir fotografieren jetzt die Stunde und dann bin ich wieder weg.
00:09:20: Und ich glaube dieser Dialog ist so wichtig damit auch diese Tiefe in den Bildern entsteht oder eben genau wie du sagst diese Geschichte auch bisschen in die Bilder transportiert wird.
00:09:32: Ja, hören wir die Musik, die die Person gerne hört und das Styling zum Beispiel machen wir auch zusammen.
00:09:38: Ich sag vorher okay leg mal deine drei vier Lieblingsoutfits raus und dann überlegen wir zusammen was du trägst.
00:09:45: Und das ist ja auch viel von der Geschichte wie Du eben auch gesagt hast dass zu Hause spiegelt das auch wieder und ich glaube Das so die Gegenstände oder das was man sich an die Wand hängt Was man anzieht auch dass es viel mehr über einen aussagt als man vielleicht im ersten Moment denkt.
00:10:03: Genau und so finde ich, dass diese persönlichen Geschichten auch in die Bilder stark mit einfließen ohne das sich jetzt darüber schreiben muss.
00:10:11: Hattest du direkt nach dem ersten Shoot-Hängen?
00:10:13: Nachdem du in deinem Morningpage ist darüber geschrieben hast wie es war?
00:10:17: Direkt zu dir Gedanken ey da müsste eigentlich was draus werden.
00:10:20: Ein größeres Projekt Buchausstellung hattest Du da schon irgendwie direkt so im Kopf, dass das wachsen soll
00:10:28: Wachsen soll?
00:10:29: ja, ich habe noch nicht an den Buch gedacht und auch noch nicht eine Ausstellung.
00:10:33: Das kam dann erst... Ich war nach Paris in Mexiko für einen Monat und hab da wirklich sehr spannende Geschichten eingefangen und danach wusste ich okay das muss was werden.
00:10:43: Das möchte ich weiter machen für die nächsten ein zwei Jahre und dann vielleicht ein Buch daraus machen.
00:10:51: Genau!
00:10:51: Ich finde das schon, man muss jedem Künstler dankbar sein der sich noch traut ... ein Buch zu machen, weil vor allem wenn man das so im Eigenverlag macht.
00:10:59: Man kennt es ja... Bei mir war es ja nicht anders, man nimmt sich das vor und in seiner Vorstellung ist auch alles ganz toll und man denkt sehr daran wie's dann ist dieses fertige Ding am Ende der Hand zu halten.
00:11:11: aber ich hab zum Beispiel die Arbeit extrem unterschätzt.
00:11:17: und selbst wenn man den ganzen Arbeit reinsteckt dann sind's am Ende natürlich.
00:11:23: Man muss ja schon mal in Vorleistung gehen, selbst wenn man was mit Crowdfunding oder was auch immer macht.
00:11:27: Das ist ja doch eine ganz ordentliche Hürde zu sagen, Scheiß doch!
00:11:31: Ich mach das jetzt weil ich finde es wichtig und ich will dass das passiert.
00:11:34: Ja tatsächlich bin ich damals ein bisschen von meinen Vorstellungen abgewichen.
00:11:41: Ich wollte natürlich auch einen Hardcover und mehr Seiten und so weiter und sofort... Und das ist natürlich ein Kostenfaktor.
00:11:49: Ich habe das ganze Projekt selber finanziert, die ganzen Shootingsfilme und Entwicklungen reisen.
00:11:55: Da kommt ja einiges zusammen.
00:11:56: Es ist nicht nur das Buch was man dann produzieren.
00:12:00: Aber ich war nach zwei Jahren genau an so einem Punkt wo ich gedacht hab ok ich muss das jetzt irgendwie in den Buch packen sonst verliere ich die Motivation.
00:12:09: also es haben mir auch Leute geraten.
00:12:13: Menschen, die bei Verlagen sind und die gesagt haben ja ich würde es noch weiter machen oder manche haben gesagt ne mach's jetzt und bringe selber raus.
00:12:20: Also ich war da auch so sehr zerrissen und dann habe ich einfach auf meinen Bauchgefühl gehört und gedacht okay nee du machst das jetzt?
00:12:28: Du verlegst das selber und du bringst das jetzt so wie du kannst und das auch finanzieren kannst zusammen und bringest das jetzt einfach aus.
00:12:34: und dann hab' ich das einfach gemacht.
00:12:37: War denn für dich mit dem Moment wo du gesagt hast so... Ich pack das jetzt in den Buch Diese Serie, diese Porträtserie quasi abgeschlossen?
00:12:46: oder ist das trotzdem eine Sache die dich auch danach immer noch begleitet hat?
00:12:51: Also dass du vielleicht sogar weiter fotografiert hast wenn es dann natürlich nicht mehr im Buch landen kann.
00:12:57: Tatsächlich lag es erst mal still.
00:12:59: also es waren gut zwanzig Personen die ich dafür fotografiert habe.
00:13:03: Dann hab' ich das Buch rausgebracht, hab' noch meine erste Solo-Ausstellung in Berlin gemacht mit einer tollen Kuratorin Und danach war ich so ein bisschen ausgebrannt davon, weil es schon echt anstrengend ist, einen Buch auszwingen und gleichzeitig diese ganze Ausstellung zu wuppen.
00:13:18: Klar!
00:13:18: Vor allem wenn man wie du dann sagt, ich möchte da noch eine Installation irgendwie machen die Pass...
00:13:21: Ja und eine Performance und dies und das also ja ich will dann auch so ein ganzes Event daraus machen.
00:13:28: tatsächlich deshalb auch dieses Ganzheitliche von dem ich eben sprach.
00:13:33: und dann lag's erst mal still.
00:13:34: Dann habe ich den ersten Schwungbücher verkauft Dann lag es auch erst mal still, als sie weg waren.
00:13:42: Jetzt hatte ich noch mal eine zweite Runde gedruckt und die jetzt auch verkauft.
00:13:47: Und jetzt bin ich an einem Punkt wo ich das Projekt weitermachen werde.
00:13:51: Aber es lag knapp ein Jahr dazwischen zwischen Erste Sohle Ausstellung und Umziehen.
00:13:56: Ich bin ja dann auch noch umgezogen.
00:13:58: Und nun bin ich am Punkt wo's weiter machen werde.
00:14:00: Das ist auch schon sehr konkret!
00:14:03: Ist schon sehr kreit?
00:14:03: Okay, aber das heißt wird es dann... Ähnlich sein von der Art und Weise, was und wie du das festhalten willst.
00:14:13: Wie es jetzt bei dem Buch ist.
00:14:16: oder bist du schon irgendwie gedanklich dann auch in anderen Richtungen unterwegs?
00:14:21: Erst mal wird's kein Buch!
00:14:25: Es wird aber wieder eine Ausstellung, dass auch alles schon fix Ende des Jahres... Also diesmal ist es tatsächlich viel geplanter, das Projekt aus bestimmten Gründen Und ich weiß auch schon genau, wie viele Shootings ich machen werde.
00:14:39: Jetzt noch nicht wen genau?
00:14:41: Also ich habe so ein paar Ideen aber das will ich auch noch ein bisschen der Magie überlassen weil diese Begegnungen auch immer sehr intuitiv passieren oder zufällig.
00:14:51: Genau!
00:14:52: Aber ich würde es weitermachen und dann eine Ausstellung auch nochmal daraus machen.
00:14:57: Sehr schön!
00:14:58: Du bist ja jetzt quasi von der Großstadt Köln in Lange Berlin und jetzt wohnst du hier im Rhein-Erftkreis.
00:15:04: auf dem Dorf
00:15:08: Ändert das Umfeld für dich, wie du arbeitest oder was für dich wichtig ist bei der Arbeit?
00:15:13: Extrem.
00:15:14: Also ich hätte nie gedacht dass es so einen großen Einfluss auf mich hat.
00:15:19: Ich habe lange ja in Großstädten gewohnt sieben Jahre mitten in Köln dann über fünf Jahre jetzt in Berlin auch mitten im Neukölln also auch in Trubel.
00:15:32: dass einfach auch sehr anstrengend ist für mein Nervensystem und das man immer viel abgelenkt ist.
00:15:39: Und ich bin auch einfach ein Naturmensch, ich bin ja auch hier in der Gegend aufgewachsen.
00:15:44: Und jetzt wohne ich hier und merke, dass ich so viel fokussiert habe.
00:15:47: Es ist einfach so schön!
00:15:48: Ich wohne ja mitten auf dem Feld und mache meine Arbeit und kann super gut abschalten danach und mich wieder neu ausrichten.
00:15:57: also es verändert extrem viel gerade.
00:16:00: sehr positiv meint.
00:16:01: Das hätte ich nicht gedacht!
00:16:03: Ja, ich glaube... Ich will da jetzt gar nichts unterstellen aber vielleicht ist das ja auch so eine... So heißt es nicht gemeinklingen, sondern Alterssache, aber wenn man irgendwie... Also es verschiebt sich ja ein bisschen.
00:16:14: die Prioritäten in jedem Jahr Erfahrung was man dazu gewinnt und irgendwann lernt man glaube ich auch andere Sachen wie halt abschalten können uns zur Ruhe kommen anders zu schätzen.
00:16:23: also Brauchst ja keinem achtzehnjährigen zu sagen, immer wie schön ist es wenn du mal ein bisschen zur Ruhe kommst und abschaltest.
00:16:28: Natürlich nicht muss er weitergehen
00:16:30: und Eindrücke oder Verhandlungen.
00:16:35: Ja klar die Prioritäten verschieben sich.
00:16:38: ich meine ich habe dieses wilde Großstadtleben echt auch mitgemacht und glaube damit is man irgendwann durch oder das gibt einem nicht mehr so viel.
00:16:47: Ich bin nach wie vor auch gerne in der Großstadt und ich dachte auch noch Ende zwei, vierundzwanzig, ich ziehe nach New York.
00:16:52: Also da war ich noch ganz anders ausgerichtet.
00:16:55: dann war ein Monat da und habe gemerkt so nee irgendwie ist es gar nicht und jetzt bin ich hier gelandet.
00:17:02: Es tut mir gerade gut wer weiß was kommt in der Zukunft.
00:17:05: aber ja grade das perfekte Umfeld für mich und meine Arbeit auch.
00:17:10: Die Bilder, die du aber jetzt machst für das Projekt weiter.
00:17:13: Die werden trotzdem so ein bisschen überall dann entstehen.
00:17:17: oder ist es auch eher im ländlichen Bereich?
00:17:21: Nein!
00:17:21: Das wird immer in der Stadt passieren weil eine Stadt gibt einem ja auch diese Diversität, die ich am Ende für meine Projekte brauche und von sie leben.
00:17:33: Das wird in der Stadt passieren.
00:17:34: Also das wird jetzt als nächstes vielleicht nach Paris, was ja von hier auch nicht so weit ist ... In Berlin habe ich wieder einige Shootings geplant.
00:17:42: also ich pendelte tatsächlich auch noch auf den Städtesus, dass jetzt nicht davon lebt ihr auch mein Beruf.
00:17:49: Ich glaube eh wenn man so viel unterwegs ist als Fotografin oder Fotograf es ist ja auch schön so eine ruhige Base zu haben wo man dann seine ganzen Reisen auch verarbeiten kann.
00:17:59: das glaube ich auch sehr wichtig
00:18:01: Ja, vor allem wenn man so viele Eindrücke hat.
00:18:02: Die müssen ja auch irgendwo hin.
00:18:04: Klar,
00:18:04: Tagebuch hilft vielleicht dabei aber auch so braucht man natürlich manchmal ein bisschen... Das ist wie wenn man ins Restaurant geht und es gibt einen Menü mit vielen Gängen, dann gibt es ja auch schon gerne mal einen Sorbet um die Geschmacksnerven wieder so ein bisschen auf null zu setzen.
00:18:22: Damit man überhaupt irgendwie richtig Aufnahme bereit ist für den nächsten Gang und den GeschmACK hat auch wirklich mitnimmt und sich das nicht alles überlappt und vermischt und man am Ende gar nicht mehr trennen kann.
00:18:31: Das ist ja vermutlich
00:18:31: etwas
00:18:32: mit Leben im Ruhe.
00:18:33: Ein gutes
00:18:34: Beispiel.
00:18:35: oder diese Kaffeebohnen, die man riechen soll während man perfümst testet?
00:18:39: Ja genau!
00:18:40: neutralisieren.
00:18:42: Einmal wieder runterkommen, die Balance finden und dann kann man wieder los.
00:18:47: Wenn du irgendwie sagst, du fängst an Ausschau zu halten nach Modellen weil ich weiß nicht ob Modell der richtige Begriff ist für die Menschen, die du fotografierst?
00:18:58: Weil es geht ja gar nicht ums Posieren großartig sondern es geht vor allem um die Menschen also die Menschen die du photographierst weißt du wenn du jemanden siehst sofort Das, was ich suche oder was ich mir wünsche für so ein Bild?
00:19:17: Ja.
00:19:18: Ich spüre das dann irgendwie... ...ich sehe eine Person und ich habe auch schon Leute einfach angesprochen auf der Straße oder in einer Veranstaltung wo ich war Und ich seh die und ich denke irgendwie muss da mehr dahinter stecken als jetzt nur ein schönes Aussehen.
00:19:35: Teilweise sind das auch professionelle Models, aber auch viele gar nicht und haben damit gar nichts zu tun.
00:19:40: Das ist auch gar nicht wichtig.
00:19:42: Aber trotzdem haben alle was sehr ausdrucksstarkes... Und irgendwie ich weiß nicht woran ich das festmache, aber sehe ich auch dass eine spannende Geschichte dahinter stecken mag.
00:19:53: Bisher hat es immer geklappt.
00:19:54: also ja irgendwie habe.
00:19:57: Ich
00:19:59: finde das schön, dass man auch irgendwie im Zweifel einfach auf der Straße auf Menschen zugeht.
00:20:06: Das ist so eine Sache... Man muss ja ehrlicherweise gestehen die Industrie, die ganze Fotoindustrie wandelt sich gerade erst so, dass Gott sei Dank vor allem immer mehr Frauen in den Beruf reinkommen und Möglichkeiten und Zugänge bekommen.
00:20:22: Es war lange Zeit leider Gottes nicht bis auf wenige Ausnahmen.
00:20:28: Aber ich glaube, das ist eine der Momente wo man als weibliche Fotografen vielleicht einen Vorteil hat.
00:20:34: Mir ist es natürlich auch schon passiert dass ich unterwegs war und gedacht habe, dass jemand total faszinende Ausstrahlung würde ich wahnsinnig gerne fotografieren.
00:20:44: aber als Mann geht man dann nicht einfach so auf ne fremde Frau zu und sagt hey du finde ich total... Spannend und irgendwie einen guten Look.
00:20:53: Und ich würde das wahnsinnig gerne fotografieren, dass wirkt halt immer so als wird man halblich für eine Erwachsenenseite unterwegs sein.
00:21:01: Es ist total schade, dass es so ist aber es fühlt sich auf jeden Fall als Mann an.
00:21:06: Ja verstehe ich.
00:21:08: Das Problem habe ich nicht.
00:21:10: Weil ich das ja auch gar nicht... auf so einer Ebene irgendwie betrachten würden, weißt du?
00:21:15: Und deswegen habe ich dieses Problem auch nicht.
00:21:17: oder so eine Hemmschwelle auch dann jemanden anzusprechen und es hat auch bisher niemanden eingesagt.
00:21:22: Also ja da hat man als Frau natürlich einen leichteren Zugang aber auch einen anderen Blick auf die Person glaube ich vielleicht.
00:21:31: Das glaube ich das glaube ich doch schon.
00:21:34: Ich glaube, ich kenne keinen männlichen Fotografen der sagen würde.
00:21:38: Ja, nee doch!
00:21:39: Ich bin halt ein Sexist und ich will vor allem schöne Frauen weil ich das persönlich total toll finde.
00:21:44: aber natürlich kann man sich tatsächlich nicht erwähnen dass als Frau der Blick ein anderes auf jetzt spezifisch zum Beispiel eine andere Frau, dass man da auf andere Dinge achtet und es man da andere Sachen Ich glaube, ohne dass es böse oder erwärtend gemeint ist.
00:21:59: Das ist einfach eine Tatsache?
00:22:01: Ja voll!
00:22:01: Man bringt's nie in so einen sexuellen Kontext.
00:22:04: Also ich jetzt nicht.
00:22:06: Vielleicht andere Frauen schon aber... Deswegen ist das gar nicht so ein Thema, dass man da Probleme bekommt wenn man jemandem freizügiger fotografiert.
00:22:15: Da denke ich auch gar nicht drüber nach und dann mal was zu sehen.
00:22:20: ein weiblicher, sehr schöner Körper und das ist alles.
00:22:26: Wenn du sagst was er eben schon erzählt hat es sind die Bilder vor allem in den Buchen der Ausstellung gemacht dass zu dem Projekt Hatshmee sind sehr intim...in welchem Sinne intim?
00:22:37: weil sie jetzt nicht so als es ja kein klassisches Aktbuch wo es irgendwie nur Aktbilder drin zu sehen wären im Gegenteil.
00:22:44: Es spielt da gar nicht wirklich die Rolle in dem Buch.
00:22:49: Auf welche Art ist das?
00:22:50: Also was von der Art von Intimität ist, dass die da irgendwie entsteht oder die da herrscht in dem Projekt.
00:22:56: Also intim eher von sehr persönlich und auch schnell sehr offen.
00:23:03: also irgendwie durch dieses Fotografieren Und tatsächlich sind ja auch öfter leichter bekleidet Was einfach so was ich auch irgendwie schön finde Ich glaube es auch einfach so ein ästhetisches Ding entsteht einfach so eine Intimität.
00:23:21: Man teilt Sachen, ich hör viele Geschichten wie ich auch eben schon gesagt hab das ist wie ein offenes Buch eigentlich.
00:23:27: dann dieses Shooting genau und das würde ich schon als intim bezeichnen.
00:23:32: ja
00:23:33: Wie wichtig ist es dass du in so einem Gespräch auch Dinge von dir teilst um da irgendwie so einen Gleichgewicht quasi zu erzeugen?
00:23:40: Auch wichtig natürlich.
00:23:43: Also es ist jetzt nicht so, als würde ich stillschweigend da meine Notizen machen und sagen ja erzähl mir mehr.
00:23:48: Und dann ist natürlich ein offener Austausch und das ist auch das Schöne wenn man lernt.
00:23:53: also ich lerne so viel durch jede Begegnung die ich habe und auch durch verschiedene Kulturen Ich bin ja jetzt nicht nur im europäischen Raum dafür unterwegs gewesen Ja, lernt man einfach.
00:24:04: Und es ist ein ganz offener Dialog.
00:24:06: also ich teile genauso viel von mir wie die Person von sich.
00:24:10: Das
00:24:10: heißt wer dich wirklich ernsthaft kennenlernen möchte dann muss ich einfach von dir fotografieren lassen und dann erfährt er alle Irrungen, alle Viruren die
00:24:17: dich
00:24:17: ausmachen?
00:24:18: Genau!
00:24:21: Wenn ich die Person dann zufällig irgendwo sehe und sage hey hast du Bock genau weil wenn mir jemand schreibt springe ich tatsächlich fast nie drauf an.
00:24:31: Ach
00:24:31: wirklich?!
00:24:33: Okay, das heißt von dir wird man richtig ge-ghostet?
00:24:36: Wenn man jetzt irgendwie das hört.
00:24:38: Nein, so weit ist gar nicht gemeint.
00:24:40: Ich schreibe natürlich voll net zurück aber irgendwie muss es aus meinem Gefühl kommen dass die Person jetzt in das Projekt passt vor allem.
00:24:48: Jetzt gar nicht blöd gemeint oder?
00:24:52: Das war gar nicht so gemeint!
00:24:53: Aber
00:24:53: bei dem was du machst ist es oft zu dieser... dieses eine Merkmal, diese eine Funke der irgendwie da drüber springen muss damit du das kreieren kannst was es das Projekt halt braucht.
00:25:03: Genau und das ist ja auch Teil meiner Handschrift dann.
00:25:05: Genau
00:25:06: richtig.
00:25:08: Worüber ich immer gerne spreche weil ich das sehr interessant finde weil er's auch super krass variiert ist halt das Thema Inspiration also gar nicht in so einen prätenziosen Blickwinkel sondern ganz allgemein Dinge sind, mit denen man sich selbst gerne beschäftigt.
00:25:27: Was für Kunstrichtungen... Einfach was in einem auslösen, was einem etwas mitgibt.
00:25:35: Bist du da eher so der Typ, der sagt, ich gucke schon eher Sachen die auch relativ nahe an dem sind, was ich mache oder magst du?
00:25:43: Oder lässt du dich lieber von ganz anderen Stilen, Kunstrichtung und Strömungen, was auch immer da ein bisschen beeinflussen.
00:25:52: Gute Frage!
00:25:53: Weil ich das gar nicht so aktiv mache.
00:25:56: Natürlich schaue ich mir auch andere Fotografen, Fotografen finden aber mehr auch
00:26:01: an
00:26:02: die natürlich eine ähnliche Ästhetik haben.
00:26:07: Ich bin aber nie so dass ich denke oh das Bild ist toll sowas ähnliches soll ich machen sondern gerade bei diesem Projekt entsteht es ja sehr aus der Situation heraus und dann inspiriert mich eher die Reise oder den Ort oder auch die Wohnung, tatsächlich habe ich auch schon Leute angesprochen.
00:26:24: Oder auch angeschrieben dann eher wo ich gesehen hab online die haben eine interessante Wohnung.
00:26:31: Genau und das sind dann eher so die Sachen die mich inspirieren.
00:26:36: Ich gucke mir auch gerne Kunst an aber ich gehe jetzt nie aktiv irgendwo hin und sage okay so möchte ich jetzt auch ein Shooting machen oder das so nachstellen.
00:26:44: Ja ich glaube es viel Reisen ... inspiriere mich auch durch Design viel.
00:26:51: Ich mag so Interia sehr gerne, also es ist gar nicht nur auf Fotografie beschränkt.
00:26:57: Mode natürlich auch beschäftige mich viel mit Mode und Trends, Popkultur finde ich auch super spannend... ...und dann ist das so ein Sammelsurium aus Allem glaube ich.
00:27:10: So Mode ist ja eine Sache die dich ja auch irgendwie hauptberuflich so ein bisschen mit begleitet weil du machst ja ... nicht nur diese wunderbaren Kunstsachen und Bücher... ...und Ausstellungen usw.
00:27:21: und so fortzahlen, du bist ja hauptberuflich dann auch Dienstleister.
00:27:28: Das war natürlich immer mit einem Anspruch natürlich.
00:27:30: aber genau wie schaffst du es da irgendwie?
00:27:35: Weiß ich nicht die Waage zu halten.
00:27:38: also bei dem was du machst ist ja noch etwas anderes als immer nur Babybauch, Shootings und Communion.
00:27:47: Das arbeiten wir schon auf eine andere Art und Weise... ...und sicher auch ein bisschen kreativer und erfüllender.
00:27:55: Aber brauchst du halt für dich wirklich diese Projekte wie dieses Buchprojekt um irgendwie so dann... ...künstlerische Erfüllung zu finden will ich nicht sagen weil das klingt wieder sehr hochtramt.
00:28:08: aber um irgendwie happy zu sein mit der Fotografie als Medium?
00:28:14: Ja, würde ich schon sagen.
00:28:16: Aber es hat auch jetzt Jahre gedauert da so eine gute Balance zu finden.
00:28:20: also ich fotografiere ja auch erst seit sechs Jahren vielleicht Und ich hab eigentlich BWL studiert.
00:28:28: Ganz in einer ganz anderen Richtung und es hat auch Jahre jetzt gedauert, bis ich ganz... Ich habe mir immer wieder Marketing neben Jobs oder so um da wirklich meinen Weg zu finden und vor allem bin ja auch damals nach Berlin gegangen, um Fotografen zu werden also nach meinem Studium.
00:28:48: und dann macht man natürlich erstmal alles klar ... wirklich alles, was man irgendwie machen kann.
00:28:53: Also man ist ja happy über Erfahrung... ...über erste Jobs und Sachen die man lernen kann.
00:28:59: Über Geld
00:28:59: für die Miete?
00:29:00: Geld für Die Miete genau!
00:29:02: Und dann keine Ahnung kommt mal wieder nichts rein.
00:29:04: Dann habe ich wieder so Marketing-Sachen gemacht.
00:29:09: Es hat jetzt sehr lange gedauert aber jetzt hab' ich das Gefühl, ich habe so meinen Weg gefunden... ...und weiß auch okay ich möchte Mode machen oder eine kommerzielle Sache machen.
00:29:17: So wie habe ich früher auch viel Events fotografiert und sowas ... mache ich gar nicht mehr.
00:29:21: Also, ich glaube irgendwann findet man so seine Richtung und für mich war auch ganz wichtig... ...so ein Projekt wie Touch Me By zu behalten.
00:29:32: also einfach damit ich was habe, was jetzt nicht irgendwie finanziell angetrieben ist sondern einfach nur weil ich das, weil ich es spannend finde und weil das aus mir raus will Ich glaub sonst verliere ich die Lust an dem Job.
00:29:47: Das glaube ich!
00:29:50: Schaffst du es oder passiert es auch, dass du trotzdem so visuelle Impulse dir jetzt zum Beispiel aus deiner künstlerischen Arbeit entstammt?
00:30:00: Ab und zu mal ein bisschen mit reinzunehmen in die klassische Auftragsarbeit.
00:30:05: Ja auf jeden Fall klappt auch immer mehr weil ich das Projekt ja schon länger mache und es auch sichtbarer wird und dann natürlich meine Handschrift prägt und dann Kunden oder potenzielle Kunden das sehen sagen, okay wir buchen sie jetzt weil sie was sehr feminines, intimes irgendwie macht.
00:30:24: Weil das meine Bildsprache ist klar.
00:30:27: Gibt es gibt so einen konkreten Job auf der du gerade einfällig sagst ja die haben mich auf jeden Fall gebucht wegen wegen des Buches, wegen des Projektes?
00:30:38: Kann ich jetzt nicht so festmachen, vielleicht mein letztes Shooting?
00:30:41: Weil da weiß ich das der Art Director auch auf meiner Ausstellung in Berlin
00:30:46: war.
00:30:46: Oh, also schon mal ein gutes Indiz!
00:30:47: Also ist schon mal gutes Indiz.
00:30:49: Also diese Sichtbarkeit hilft mir dann natürlich auch und sind ja auch immer Events wo ich Leute einladen kann und ich denke mal schon dass es auch für Jobs hilfreich ist.
00:30:59: Hast du für das Buch eigentlich... Also sowas passiert ja nicht von alleine, es muss ja alles kuratiert werden und gesetzt werden.
00:31:07: Es muss designet werden und so weiter.
00:31:09: Sofort gibt's ja siebzehn Schritte die da irgendwie passieren müssen.
00:31:13: Hast Du da auch mit anderen kreativen Menschen dann irgendwie zusammen daran gearbeitet?
00:31:19: Oder war das denn doch sehr?
00:31:21: nee ich habe meine klare Vorstellung jetzt wird genau so gemacht wie ich das sage und nicht anders.
00:31:26: Nein, ich habe mir tatsächlich Hilfe geholt.
00:31:28: Weil ich gerne auch mal so ein Eigenbrötler bin!
00:31:32: Aber es heißt ja nicht unbedingt dass das dann besser wird.
00:31:35: Ja, das ist richtig.
00:31:36: Nein, Ich hatte Hilfe.
00:31:37: Ich hatte zu der Zeit wo ich das Buch gemacht hab eine ganz tolle Praktikantin auch für ein paar Monate die auch an den Prozess dann beteiligt war.
00:31:46: Da bin ich sehr dankbar dafür.
00:31:47: Also shout out an Bodé.
00:31:51: und dann habe ich auch mal... Ich habe einen Semester ... so einer privaten Fotoschule in Berlin einen Kurs gemacht.
00:31:59: Und der Gründer von der Fotoschool hat mir auch teilweise bei dem Buch geholfen, da hatte ich mehrere Meetings, weil er einfach ganz viele Erfahrungen mit Fotobüchern und eigene Bücher gemacht hat.
00:32:12: Genau!
00:32:13: Dann hatte ich zum Schluss noch eine Grafikdesignerin, die mir geholft hat das alles zu setzen... ...und die Schrift auszuwählen und das Cover zu gestalten usw.
00:32:24: Das ist schon interessant.
00:32:26: Ich wünschte, ich hätte wäre wie du sehr offen gewesen als ich mein Buch gemacht habe.
00:32:31: Ich hab sehr viel mit vor allem einem
00:32:34: befreundeten
00:32:35: Fotografen gesprochen den... also ich weiß nicht ob ihr ihn persönlich kennst aber den Namen bestimmt Sebastian Trägnar?
00:32:41: Ja, kenne ich tatsächlich.
00:32:44: Hab ich ganz vor ganz vielen Jahren einmal kennengelernt weil deine Freundin von mir fotografiert hat.
00:32:51: Aber es sind Jahre her!
00:32:52: Mit dem, der macht ja auch super viele, super viele Ausstellungen und auch sein erstes Buch hat er schon gemacht.
00:32:57: Und mit dem habe ich sehr viel über mein Buch damals gesprochen und hab mir sehr viel Feedback von ihm geholt vor allem als es darum ging wie wird aus diesem ganzen Bilderhaufen dann am Ende irgendwie ein fertiges Werk?
00:33:11: Und er hat mich dann sehr genau gesagt... ... wie er das tun würde und wer er das aufziehen würde... ...und wie er da Kapitel strukturieren würde.
00:33:19: Und es war alles, es waren so supertolle Impulse!
00:33:24: Und ich hab's am Ende genauso gemacht, wie ichs vorher auch machen wollte,... ...und habe das alles, habs ja den ganzen wunderbaren Ratschläge.
00:33:31: Ich mein vielleicht wär´s ein objektiv besseres Buch geworden wenn ich getan hätte was er mir geraten hat.
00:33:38: Aber ich weiß nicht irgendwie war ich dann doch zu sehr.
00:33:42: Nee, ich hab ne Vorstellung wie das sein soll und nicht möchte.
00:33:45: Aber es ist auch okay.
00:33:46: du bist ja im Endeffekt der Künstler, der's rausbringt oder Fotograf?
00:33:49: Ich habe dich gar nicht gefragt, wie du dich bezeichnen würdest.
00:33:55: Gute Frage!
00:33:57: Also in meiner Instagram-Profil ist mittlerweile wieder ein Künstlaprofil.
00:34:03: Ich hatte das lange zwischendurch privat geschaltet weil ich plötzlich von so ner Botarmee geflutet worden bin Super ätzend.
00:34:13: Aber ja, bei mir steht Künstler und das kann ich glaube auch nur dadurch rechtfertigen dass sich erstens quasi gar keine Dienstleistungssachen mache mehr früher schon jetzt gar nicht mehr eigentlich und dass ich auch schreibe und da so ein bisschen Text auch in dem Buch drin ist.
00:34:35: aber es ist halt irgendwie ganz interessant weil Da liegen ja jetzt zwei Bücher auf dem Tisch, weil du hast mir deinen Buch mitgebracht als Gastgeschenk und ich hab dir mal das Gastgeber geschenkt.
00:34:45: Ja, ich freu es schon richtig einzuschauen!
00:34:47: Es ist witzig, weil zum einen sind die sich in manchen Sachen förmlich ein bisschen ähnlich.
00:34:52: Das sind auch Menschen bei mir, da ist es auch ein intimeres Umfeld, bei mir Hotelzimmer, bei dir halt private Zimmer... Und es ist auch Text drin.
00:35:02: aber trotzdem ist es inhaltlich glaube ich komplett des Gegenteils von dem was Du machst.
00:35:09: Bei mir sind es Hotelzimmer, die was super Anonymes haben.
00:35:13: Weil natürlich da sind keine persönlichen Gegenstände.
00:35:15: Trotzdem sind die Bilder sehr intim weil man sehr nah dran ist, weil die Menschen viel von sich zeigen und die Textile drin sind auch wenn mich Leute schon gefragt haben ob mir das wirklich passiert ist.
00:35:25: Das ist halt alles ausgedacht.
00:35:27: Es ist halt Fiktion... Ja und bei dir ist halt Alles echt.
00:35:36: Ich bewundere das sehr, wenn man in der Lage ist so etwas Echtes irgendwie zu schaffen und zu kreieren.
00:35:43: Und sich nicht nur hinter Ästhetik quasi versteckt.
00:35:48: Ja gut dafür hast du ja eine blühende Fantasie anscheinend Wenn Du dir die ganzen Texte ausgelacht hast ja auch voll wertvoll.
00:35:57: Aber wie darf ich dich auch mal zu deinem Projekt was fragen?
00:36:00: Du kannst mich gerne fragen.
00:36:01: Also warum Hotelzimmer?
00:36:03: und hattest du von Anfang an die Idee, okay du machst jetzt so ein Projekt oder ist das auch irgendwie entstanden?
00:36:09: Es ist... Auch irgendwie entstanden.
00:36:12: also ich habe relativ schnell gewusst dass ich gerne, also ich wusste schon immer Ich will irgendwann mal einen Buch machen.
00:36:17: Das war am Anfang aber sehr Hat mir so ein bisschen nicht Angst gemacht, das war sehr großen Respekt vor, ein eigenes Buch zu machen.
00:36:27: Deswegen habe ich angefangen erstmal mit so einem klassischen Seen, so ein klassisches Magazin was auch so heißt wie dieser Podcast, The Unknown Times wo ich auch nicht nur meine Bilder reingepackt hab sondern irgendwie Fotografen eingeladen hat irgendwie ihre Bilder auch darin zu teilen einfach aus dem Wunsch heraus nicht nur zu fotografieren, damit sich irgendwelche Menschen das dann in kleinen Pixel auf ihrem Smartphone bei Instagram angucken.
00:36:53: Weil ich weiß nicht dieser Gedanke hat mich einfach so frustriert ist, sodass das Endziel dieser Bilder sein sollen.
00:37:00: Das fand ich ganz doof.
00:37:01: und dieses Magazin oder irgendwann dieses Buch und Hotelzimmer.
00:37:07: die haben auf mich irgendwie eine Faszination.
00:37:10: also Ich glaube gerade, weil das eben nicht der persönliche Wohnraum ist von Menschen wo sie sich wohlfühlen.
00:37:19: Den sich herrichten wie sie wollen, der irgendwie aus ihnen spricht.
00:37:23: Also treffen da immer so zwei Welten aufeinander zum einen ein Mensch mit allem was er mitbringt und eine Reise auf der Erde ist mit einem Ziel was er hat und dann dieses Zimmer was halt maximal Anonymen ist, was kein bisschen persönlich ist.
00:37:39: Wo gar nichts passiert.
00:37:40: und wenn das irgendwie so aufeinander trifft... ...und die Bilder in dem Buch sind haben alle ein bisschen einen leicht voyeuristischen Touch?
00:37:49: Ich weiß es verteidigt also es verteidet gar nicht, was ich eben gesagt habe über Männer oder Frauen, die sie fotografieren.
00:37:55: Das muss man erst mal kurz vergessen.
00:37:57: aber Ja und einfach diesen Kontrast, diesen sehr extremen Kontrast finde ich halt einfach spannend.
00:38:02: Und ich habe halt auch nachdem ich fertig war mit dem Buch gesagt so Hotels können mich jetzt mal... Ich bin damit durch aber ich merke trotzdem dass ich immer wieder ein bisschen mich da hingezogen fühle weil ich das einfach so spannend finde dieses
00:38:17: Gut.
00:38:17: aber warum nicht dahin zurückkehren?
00:38:21: Also Hotels finde ich ganz spannend weil es klingt so ein bisschen wie eine blanke Leinwand eigentlich wo dann sehr die Person im Mittelpunkt stehen und sich gar nicht mit dem Drumherum so schmücken kann oder identifizieren kann.
00:38:34: Das ist bei mir genau das Gegenteil.
00:38:36: Bei dir ist es genau das Gegenteil, da unterstützt halt der Raum extrem und spielt eine super wichtige Rolle in dem Bild.
00:38:43: Bei mir spielt der Raum wirklich gar keine Rolle.
00:38:45: Der Raum ist halt nur ein Kann-Was und die Personen müssen diesen Raum dann komplett durch ihre Präsenz Und wir füllen was auch, also ich glaube es ist beides super schwierig jetzt als Mensch.
00:38:56: So zum einen in diesem anonymen Raum alleine die Bildwirkung quasi zu erzeugen aber bei dem was du machst auch gar nicht so einfach dann zu sagen ja ich lade jemanden halt ein in mein Refugio in meinen Raum in dem was irgendwie mich ausmacht und präsentiert.
00:39:15: da muss man eine andere Art von Offenheit haben, um zu sagen ja ich lasse mich da fotografieren wo irgendwie alles zusammenkommt was mich halt als Mensch ausmacht.
00:39:29: Das ist eine andere Art von Offenheit als jetzt bei Aktfotografie wie es bei mir ist.
00:39:35: das hat wieder ne ganz andere Richtung.
00:39:36: Es ist irgendwie super spannend und für den einen wäre bestimmt viel einfacher sich ohne Klamotten fotografieren zu lassen als jemandem wirklich so ein total intimer Einblick in sein Leben zu gewähren.
00:39:47: Ja, das kann sein.
00:39:48: Deswegen fotografieren wir wahrscheinlich auch nicht die gleichen Personen für unsere Bücher?
00:39:52: Das kann
00:39:53: sein!
00:39:54: Vielleicht mal gucken... Ich muss noch reinschauen.
00:39:56: Das stimmt.
00:39:59: Klar also in meinem Fall jetzt sind das ja meistens sehr ausdrucksstarke und oft kreative Personen denen das Zuhause auch sehr wichtig ist.
00:40:11: Und ich glaube, dann ist man eher bereit wenn man da eh viel Liebe und Energie reinsteckt das zu zeigen als wenn einem das völlig egal ist.
00:40:18: Ja.
00:40:19: Ich finde es witzig... Ich habe tatsächlich mal also sich ganz jung war mit Anfang zwanzig eine Reihe fotografiertes ging so ein ganz ganz bisschen in die Richtung von deinem Buch.
00:40:34: Und zwar war ich damals als ich Fotografie studiert habe, weil ich fest davon überzeugte.
00:40:37: Ich werde irgendwann ein Reportage-Fotograph und mache hier für National Geographic usw.
00:40:41: Dann ist mir irgendwann aber aufgefallen, ich bin ganz schlimmer Heimscheißer und sobald ich nicht zu Hause bin, so schlimmes Heimweh dass das niemals für mich funktionieren würde.
00:40:52: Aber ich hab damals von meiner Abschlussarbeit vom Studium in Polen fotografiert.
00:40:57: Mein Vater ist ausgewandert nach Polen in den Norden.
00:41:02: Da gibt es eine Region, die heißt Kaschubien und die Leute da sind noch sehr auf dem Land sehr traditionell.
00:41:11: Und es gibt da eine ganz bestimmte Art von Trachten, die sie auch tragen mit ganz klaren Farben immer ein bisschen unterschiedlich aber doch im Ende einheitlich.
00:41:21: Ich habe dann für meine Abschlussarbeit diese Menschen fotografiert auf den Dörfern in ihren Trachten auch bei sich zu Hause, wo man sieht okay hier hängt Jesus und Kreuz an der Wand usw.
00:41:34: Das heißt dann da ging es halt wirklich auch komplett um dieses Gesamtbild von wie lebt die Person?
00:41:39: Und was hängt da an den Wänden?
00:41:41: Was ist da irgendwie wichtig?
00:41:42: Ja spannend!
00:41:45: Tatsächlich, wo du gerade dieses Traditionelle sagst, ist mir das auch voll oft aufgefallen.
00:41:52: zum Beispiel hängt voll oft ein Kreuz die ich fotografiere nicht, weil sie besonders christlich sind.
00:41:59: Sondern weil das einfach in der Kultur noch so verankert ist zum Beispiel in Mexiko oder auch in Italien ganz viel.
00:42:06: und da gibt es so geile Beispiele wenn man sich die Bilder näher anschaut dass z.B.
00:42:10: eine Person die sitzt vor ihrer Wand und da ist ein Bild von Jesus und einen Bild von Kate Mostern.
00:42:17: Und ich find's so geil wie es so moderne dann auf dieses traditionelle auch klatscht.
00:42:23: Und das sind ja oft auch Personen, die dann aus dieser Tradition ausbrechen wollen.
00:42:27: Gerade in den genannten Ländern.
00:42:30: Ja es ist auch sehr spannend finde ich irgendwie...
00:42:33: Orketmos und Jesus ist einfach...
00:42:35: Ist geil oder?
00:42:37: Es ist supergeil!
00:42:38: Ich glaube mal das Einzige was noch besser gepasst hätte wäre Madonna zu Jesus.
00:42:42: Ich glaube das ist das einzige was vielleicht so popkulturell noch getoppt hätte.
00:42:46: Ja voll aber das wär schon wieder so Stereotyp gewesen.
00:42:48: Das wär schon sehr stereotypen gewesen.
00:42:49: Ja, das ist auch faszinierend.
00:42:53: Wie einfach diese zwei Dinge die an der Wand hängen nebeneinander schon so viel verraten über eine Person und irgendwie wie du sagst dass man direkt erachten kann okay die ist aufgewachsen im sehr... traditionell, vielleicht konservativ geprägten Umfeld
00:43:08: und
00:43:09: will aber eigentlich gerne ausbrechen.
00:43:10: Und das einfach nur.
00:43:11: diese zwei Dinge, die an der Wand hängen... Man braucht den Menschen nicht sehen und hat schon so einen Teil der Geschichte oder der Persönlichkeit irgendwie erfasst.
00:43:19: Genau!
00:43:19: Das meine ich also irgendwie.
00:43:21: wenn man sich näher anschaut dann liest man das auch.
00:43:24: Also nur im Bild.
00:43:25: Kennst
00:43:26: du eigentlich die Fotografin Bike de Porter?
00:43:30: Das ist eine belgische Fotografin.
00:43:33: Ich hab das jüngstes Mitglied von Magnum in der Geschichte und ich glaub, die könnt ihr dir gefallen weil sie fotografiert bei ihren Arbeiten eigentlich fast immer so dass sie als zumindest früher irgendwie durch ein Land reist sich irgendwie drei Sätze aufschreiben lässt in der Sprache, die man irgendwie braucht.
00:43:53: bis erster war Russland wo sie unterwegs gewesen sind, hatte ich einfach so ein paar Schilder auf dem Stand.
00:43:58: Hey kann ich heute Nacht bei euch schlafen?
00:44:01: So und es hat wirklich alleine los und hat sich dann irgendwie immer wieder so tageweise von Menschen von Familien aufnehmen lassen und diese Familie hat dann fotografiert bei sich zu Hause.
00:44:12: Ja krass!
00:44:12: Musst du mir mal schicken?
00:44:14: Sehr
00:44:14: dokumentarisch und wahnsinnig.
00:44:17: faszinierend auch weil... unglaublich offen natürlich die Menschen sind und da halt nicht vorbereitet werden.
00:44:24: mit hey ich habe deine frage vielleicht ich würde dich gerne mal fotografieren und im zweifel dann bei sich zuhause noch ein bisschen aufräumen und keine ahnung was und man dann sich so einen outfit raus sucht sondern wirklich total rough und einfach echt.
00:44:35: Ich glaube das könnte dir gefallen, muss ich dir gleich mal zeigen?
00:44:40: Ja danke!
00:44:40: Ich bin immer offen für Vorschläge und Inspiration.
00:44:44: aber ja ich liebe auch dieses Dokumentarische weil Menschen so spannend finde und Persönlichkeiten, auch Psychologie und Kulturen wie Lebenmenschen in anderen Ländern.
00:44:56: Ich bin sehr viel alleine schon gereist.
00:44:59: Und gleichzeitig mag ich dieses Inszenierte also eine Mischung aus beidem immer ganz spannend einmal richtig reintauchen und auch ganz authentisch sein.
00:45:08: aber ein kleines bisschen Fashion-Man
00:45:13: Da, du kommst aus der Mode nicht raus.
00:45:15: Das bleibt einfach bei einem.
00:45:16: Es bleibt drin genau.
00:45:18: Aber
00:45:18: es ist ja auch das was es dann ausmacht.
00:45:20: Ja voll.
00:45:21: Genau.
00:45:22: Hast Du... Wir haben das eben schon mal kurz im Vorgespräch so ein bisschen angerissen dieses Thema.
00:45:31: Für manche ist es ja so ein Kampfbegriff und dieses Feminismus.
00:45:40: Bei dem was du machst glaube ich ist es relativ einfach, das da reinzulesen.
00:45:45: Das ist ein sehr feministisches Werkesweiß halt.
00:45:48: Es geht ja doch auch viel um Feminität wenn man sich die Bilder anschaut Auch bei den männlichen Protagonisten in deinem Buch ist er Feminitäts schon so ein Ding.
00:45:56: also weiß ich zumindest sofort darin sehe spielt Feminismus an deiner Arbeit für dich eine Rolle?
00:46:05: Ich meine wie gesagt was Leute nachher sehen wenn die Bilder draußen sind dass sie ihn überlassen aber Während du arbeitest oder während du die Dinge ausdenkst, kreierst überlegst, konzipierst.
00:46:14: Ja auf jeden Fall ich bezeichne mich nie klassisch als Feministin weil es so ganz schwierig finde eh mir einfach so ein Begriff überzustulpen.
00:46:25: aber ja ich setze mich auf jeden fall für Menschen einen die sich femininen ausdrücken.
00:46:31: Ich würde jetzt nämlich auch nicht nur sagen Frauen weil auch Männer Teil davon sind und ich glaube eh, dass auch jeder Mann etwas Feminines in sich hat.
00:46:39: Genauso wie jede Frau was Maskulinis in sich hatte.
00:46:41: Und ja... Ich finde das toll wenn Männer das auch ausleben und damit geht ja auch ein Herr einfach offen zu sein Emotionen zu zeigen so sehr nahbar zu sein, was ja oft sehr feminine Eigenschaften sind und dafür setze ich mich einfach ein, dass das mehr gelebt wird gesehen wird, dass Leute dafür Raum bekommen.
00:47:05: Natürlich sind das auch oft Menschen, die selber nachteiligt sind in der Gesellschaft.
00:47:10: Und dann kommt vielleicht so ein Begriff Feminismus ins Spiel, weil ich das natürlich selbst spüre und davon betroffen bin... ...und auch oft da Geschichten dahinter stecken wie sexuelle Übergriffe.
00:47:23: Ich glaube von zwanzig Models haben wir mindestens zehn von solchen Geschichten erzählt und dafür einfach zu kämpfen, dass sowas nicht unbedingt sichtbar wird, aber dass diese Menschenraum bekommen und auch darüber sprechen dürfen.
00:47:38: Also dann bin ich vielleicht doch Feministin.
00:47:42: Haben wir denn doch
00:47:43: diesen Scramble aufgedreht?
00:47:45: Nein, also Feminität ist auf jeden Fall etwas was ganz stark meine Arbeit prägt um dem Raum zu geben.
00:47:55: Findest du das es die Rolle beziehungsweise die Aufgabe Ist von Menschen die Kunst machen sich nicht unbedingt zwingend politisch, aber gesellschaftlich menschlich zu positionieren mit dem was sie machen?
00:48:14: Ich glaube das passiert automatisch eigentlich weil man ja irgendwas ergründet und dann bringt man etwas raus.
00:48:24: Und natürlich ist es ein Statement egal was man irgendwie so aussagen möchte.
00:48:31: Und ich glaube, wenn man den Mut dazu hat und auch die Energie dann sollte man das auf jeden Fall machen.
00:48:41: Wir müssen dieses Gespräch noch mal fortführen, wenn du Zeit hattest einen Blick in mein Buch zu werfen weil... Ich weiß nicht wie es bei dir ist.
00:48:48: aber ich hatte sehr oft als ich gearbeitet habe an dem Ding diese Gedanken von Das ist doch alles oberflächlicher Quatsch, der überhaupt gar keinen wirklichen Wert hat.
00:49:05: Weil es sehr anonym ist und da vor allem um Ästhetik natürlich geht.
00:49:13: Und war sehr gefrustet von mir mit mir und fand das alles belanglos und doof.
00:49:21: Es hat eines meiner Modelle gebraucht, die mir gesagt hat was redest du da?
00:49:25: Für mich persönlich haben die Bilder, die du von mir gemacht hast eine totale Bedeutung weil ich sehe die Bilder an und ich fühle mich da schön drauf.
00:49:32: Und ich fühl mich stark darauf und deswegen ist das vielleicht jetzt nicht kein gesellschaftliches Statement aber für mich ist es halt wichtig.
00:49:40: Voll!
00:49:40: Ganz wichtiger Punkt, gut dass wir den noch eindringen.
00:49:44: Weil tatsächlich finde ich das ist nämlich auch Arbeit genug... ...dass man dieser einen Person da gibst du ja so viel in dem du diese Bilder von ihr machst und die hat die ihr Leben lang diesen Zeit los jetzt gut gefühlt und empowert gefühelt und das ist ja auch eine Arbeit die du als Mann dann für ne Frau leisten kannst oder?
00:50:03: Und spielt auch in meiner Arbeit eine große Rolle.
00:50:05: also viele sind einfach nur dankbar einmal so gesehen zu werden.
00:50:10: Ich
00:50:10: wollte dich nämlich gerade fragen, wie das so ist.
00:50:15: Auch wenn die Reaktionen auch sind?
00:50:17: Wenn die Menschen, die du fotografierst, dann auch die Bilder bekommen weil klar sich dazu zu bereit zu erklären irgendwie zu schuten und beim Fotografieren zu sein ist das eine.
00:50:27: aber ich glaube für viele ist es natürlich trotzdem noch mal was ganz... Besonderes, vor allem wie die halt nicht professionell modeln dann am Ende diese Bilder zu sehen und sich vielleicht selbst ja auch mal mit anderen also durch deine Augen zu sehen.
00:50:39: Ich glaube es ist vermutlich für viele auch irgendwie schon so ein besonderes
00:50:43: Ding.
00:50:43: Ja auf jeden Fall!
00:50:45: Also zum Beispiel habe ich einmal das Feedback von einem professionellen Model bekommen, fühlte mich sehr geehrt.
00:50:51: aber sie meint dass werden die schönsten Bilder die jemanden von ihr gemacht hat weil sie einfach so echt sind und so nah war Und jetzt gar nicht, dass die anderen Fotos sind auch großartig.
00:51:02: Aber einfach so dieses Gefühl was sie dabei gespürt hat als ihr die Bilder das erste Mal gesehen habt.
00:51:09: Ich kann es total verstehen.
00:51:11: also mir geht's ja auch als Fotograf geht es mir auch so.
00:51:15: ich habe super viele Total wunderbare und wunderschöne Menschen fotografiert in den letzten Jahren.
00:51:22: aber wenn man mich fragen würde was meine Lieblingsbilder sind dann würde ich immer sagen ... die Bilder, die ich von meiner Frau in unserem ersten Urlaub gemacht habe.
00:51:31: Ja!
00:51:31: Weil...
00:51:32: Ich glaube es ja.
00:51:34: Und ich hab das auch schon von anderen gehört, dass irgendwie, dass die so ein bisschen anders sind einfach von der Wirkung was glaub' ich ganz normal ist.
00:51:41: und wenn ich diese Bilder angucke da auch alle anderen Bilder dich dann in Erfolge von ihr gemacht haben.
00:51:46: Das ist halt immer, das schwingt halt immer noch etwas anderes mit und die sind halt auch dann in gewisse Weise Echter als die Bilder, die ich sonst mache.
00:51:57: Und emotionaler?
00:51:58: Weil deine Emotionen ja auch da rein geließen und das ist auch ... Die Menschen, mit denen ich fotografiere, identifiziere ich mich irgendwo wahrscheinlich.
00:52:08: Dann bin ich viel emotionaler dabei.
00:52:10: Ich glaube nicht nur dass die Person vor der Kamera, sondern dahin schaut wenn sie ihre Emotion mit einbringt wird.
00:52:18: Das Bild ja auch besonderer.
00:52:19: bei deiner Frau war natürlich dann auch deine Emotion Ja voll schön.
00:52:25: Damals war sie noch nicht meine Frau, das ist jetzt?
00:52:29: Auf dem guten Weg dahin vielleicht.
00:52:32: Wir waren sehr schnell auf einem sehr guten Weg in allsämtliche Richtung.
00:52:36: Wenn es passt dann passt's.
00:52:39: Wie ist es bei dir?
00:52:40: fotografierst du auch schon mal Menschen so aus deinem privaten Umfeld?
00:52:46: und ich weiß nicht kann ich mir vorstellen dass es irgendwie vielleicht auch nochmal irgendwie so eine besondere Hürde ist.
00:52:53: Also was ja ein bisschen seltsam klingt, dass sich fremde Leute einem offener gegenüber sein können als seine eigenen Freunde.
00:52:58: Aber es ist doch irgendwie oft so das man da schon mal vielleicht noch eine andere Hemmschwelle hat.
00:53:03: Nicht mehr so habe ich früher viel aber auch weil ich so einfach mit der Fotografie angefangen hab und dann war natürlich die Freundin das nahe.
00:53:13: Passiert aber manchmal noch und dann ist auch ein sehr besonderer Moment.
00:53:19: leichter, schwerer da irgendwie so diese diesen Vibe zu erzeugen den du irgendwie...
00:53:26: Easy.
00:53:27: Weil wir einfach so.
00:53:28: also mir sind meine Freundschaften sehr wichtig und wir haben alle eine sehr gute Verbindung und Connection.
00:53:36: Und dann ist es nochmal einfacher weil ich bin ein bisschen gar nicht warm werden Wir sind ja schon die ganze Zeit warm Also fällt mir leichter glaube ich sogar
00:53:46: Wir sind für heute ist eigentlich auch schon fast am Ende angelangt.
00:53:50: Aber wir können natürlich sehr, sehr gerne einen Follow-up machen weil ja auch im Ende vom Jahr die Ausstellung ansteht für die Weiterführung des Projektes und ich das ganz spannend finde zu sehen was sich vielleicht irgendwie entwickelt hat was vielleicht dann doch irgendwie anders ist ob da eine andere Niosse noch drin ist als jetzt bei den Buch Was ich mir jetzt anschauen kann.
00:54:10: Und dann hast du ein bisschen Gelegenheit durch Mainz zu blättern.
00:54:15: Ja, kannst du mich mit allen möglichen fehlenden oder vielleicht doch vor allem Feminismus darin auch gerne konfrontieren lassen?
00:54:23: Dann habe ich bestimmt viele Fragen wenn ich einmal reingeschaut habe.
00:54:26: Genau!
00:54:27: Frage Kann ich noch Werbung machen für irgendwas von dir?
00:54:31: Das Buch ist ja quasi austauskauflich.
00:54:34: Ich glaube ich hab bei der Story gesehen es gibt noch drei vier fünf Exemplare.
00:54:40: Wenn man das haben will wo muss man dafür hingehen?
00:54:43: am besten
00:54:44: Also, die liegen alle beim Kameradieler in Köln.
00:54:48: Die kann man dort aber auch im Onlineshop bestellen oder mir einfach eine Nachricht auf Instagram schreiben.
00:54:53: Sehr gut!
00:54:53: Schreibt Alina oder schaut beim Sascha im Laden vorbei und schaut ihr das auf jeden Fall an?
00:54:59: Und dann bleibt mir nur noch zu sagen.
00:55:00: Vielen, vielen lieben Dank für die Zeit, die du dir genommen hast, dass du am frühen Morgen hier bei mir vorgekommen bist?
00:55:06: In der
00:55:08: Nachbarschaft!
00:55:08: Ja es war ein kurzer Weg aber es war immerhin
00:55:11: ein Weg.
00:55:12: und ja vielen dank für das sehr, sehr schöne und sehr interessante und spannende Gespräch.
00:55:17: ich danke dir hat sehr viel Spaß gemacht
00:55:19: und wir da draußen hören uns vielleicht hoffentlich bald schon wieder.
00:55:24: gelobe mir vornehme, euch nicht wieder anderthalb Jahre warten zu lassen.
00:55:29: Und ja, wir holen es dann beim nächsten Mal wieder bei The Unlocked Times und Alina und ich würde sagen erst mal tschau-tschau!
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